Verteilungsanpassung

Wahrscheinlichkeitsverteilungen anpassen und Normalität bewerten. Analysiert die Datenverteilung mit Histogramm, QQ-Plot, Normalitätstest und passt mehrere…

Analysiert die Datenverteilung mit Histogramm, QQ-Plot, Normalitätstest und passt mehrere Wahrscheinlichkeitsverteilungen (Normal, Lognormal, Exponential usw.) nach AIC/BIC an.

Was ist Verteilungsanpassung?

Die Verteilungsanpassung ermittelt, welche Wahrscheinlichkeitsverteilung einen Datensatz am besten beschreibt. Zwar wird häufig eine Normalverteilung unterstellt, doch folgen reale Daten oft einer Lognormalverteilung (multiplikative Prozesse), einer Exponentialverteilung (Zeit zwischen Ereignissen), einer Weibull-Verteilung (Zuverlässigkeit/Lebensdauer) oder anderen Verteilungen. Eine falsch gewählte Verteilung führt zu fehlerhaften Vorhersagen und Prozessfähigkeitskennwerten.

Bei der Anpassung werden die Verteilungsparameter (z. B. Mittelwert und σ bei der Normalverteilung, Form und Skalierung bei Weibull) mit der Maximum-Likelihood-Methode geschätzt. Die Modellauswahl stützt sich auf Informationskriterien: AIC (Akaike-Informationskriterium) und BIC (bayessches Informationskriterium) wägen die Anpassungsgüte gegen die Modellkomplexität ab. Niedrigere AIC-/BIC-Werte weisen auf ein besseres Modell hin.

Der Kolmogorov-Smirnov-Test (KS) vergleicht die empirische Verteilungsfunktion mit der angepassten theoretischen CDF. Ein hoher p-Wert des KS-Tests (> 0.05) spricht für eine gute Anpassung. Das QQ-Diagramm liefert die visuelle Bestätigung: Punkte, die der Diagonalen folgen, bestätigen, dass die gewählte Verteilung geeignet ist.

Formula: KS Statistic = max|F_empirical(x) - F_theoretical(x)| AIC = 2k - 2 ln(L) BIC = k ln(n) - 2 ln(L) where k = parameters, L = likelihood, n = sample size

Berechnungsbeispiel

100 Messwerte, angepasst an eine Normalverteilung (AIC=312, BIC=317, KS p=0.08) und an eine Lognormalverteilung (AIC=305, BIC=310, KS p=0.45). Die Lognormalverteilung hat die niedrigeren AIC-/BIC-Werte und den höheren KS-p-Wert — sie ist die bessere Anpassung. Das QQ-Diagramm der Lognormalverteilung zeigt eine engere Anlehnung an die Diagonale als jenes der Normalverteilung.

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Zugehörige Normen & Referenzen

Häufig gestellte Fragen

Welche Verteilung sollte ich zuerst ausprobieren?

Beginnen Sie bei stetigen, symmetrischen Daten mit der Normalverteilung. Bei rechtsschiefen Daten oder Daten, die nicht negativ werden können (Konzentrationen, Zykluszeiten), probieren Sie die Lognormalverteilung. Für Lebensdauer- und Zuverlässigkeitsdaten bieten sich die Weibull- oder die Exponentialverteilung an. Zähldaten (Fehler je Einheit, Ankünfte) sind diskret — dieses Werkzeug passt nur stetige Verteilungen an; prüfen Sie Zähldaten stattdessen mit einer Poisson- oder Binomialverteilung. Die Form des Histogramms gibt eine erste Orientierung: symmetrische Glocke → Normalverteilung, rechtsschief → Lognormal-/Weibull-Verteilung, konstante Rate → Exponentialverteilung.

Was ist der Unterschied zwischen AIC und BIC?

Beide bestrafen die Modellkomplexität, um eine Überanpassung zu verhindern, doch das BIC bestraft zusätzliche Parameter stärker, insbesondere bei großen Stichproben. Das AIC neigt dazu, komplexere Modelle zu wählen (bessere Vorhersage), das BIC dagegen einfachere Modelle (bessere Modellidentifikation). Widersprechen sich beide, ist das BIC die konservativere Wahl. Verwenden Sie beide — stimmen sie überein, ist die Auswahl mit hoher Sicherheit richtig.