Werkstoffnoten-Umrechner
Werkstoffnoten zwischen ASTM, EN, JIS, GB, KS umrechnen. Querverweise für Werkstoffnoten zwischen internationalen Standards.
Querverweise für Werkstoffnoten zwischen internationalen Standards.
Warum unterscheiden sich Werkstoffbezeichnungen zwischen Normen?
Verschiedene Länder haben unabhängige Werkstoff-Klassifizierungssysteme entwickelt, die ihre Industriegeschichte und Prüfphilosophien widerspiegeln. ASTM (USA) verwendet alphanumerische Bezeichnungen (z. B. A36, 4140), EN (Europa) ein systematisches Nummernsystem (z. B. 1.7225 oder 42CrMo4), JIS (Japan) ein Präfix-Nummern-System (z. B. SCM440), und GB (China) folgt einer zusammensetzungsbasierten Namenskonvention.
Obwohl äquivalente Werkstoffsorten ähnliche chemische Zusammensetzungen und mechanische Eigenschaften aufweisen, sind sie nicht immer identisch. Die Spezifikationsbereiche der Legierungselemente können leicht abweichen, und die Prüfverfahren (Probengeometrie, Dehnraten) unterscheiden sich zwischen den Normen. Bei kritischen Anwendungen stets nachweisen, dass die Anforderungen der konkreten Norm erfüllt sind — nicht nur der äquivalente Sortenname.
Gängige Entsprechungen häufig verwendeter Stähle: ASTM A36 ≈ EN S235JR ≈ JIS SS400, ASTM 4140 ≈ EN 42CrMo4 ≈ JIS SCM440, ASTM 304 ≈ EN 1.4301 ≈ JIS SUS304. Dies sind Näherungsäquivalenzen — die Beschaffung sollte stets die konkret geforderte Norm und Sorte referenzieren.
Formula: EN numerisch: 1.XYZZ (X=Stahlgruppe, Y=Untergruppe, ZZ=laufende Nummer) ASTM 4-stellig: XXYY (XX=Legierungstyp, YY=Kohlenstoffgehalt in 0.01%) JIS: Präfix (S=Baustahl, SUS=nichtrostend, SCM=Cr-Mo) + Code
Berechnungsbeispiel
Nachschlagen von nichtrostendem Stahl ASTM 304 (Tabelleneintrag: A240 304): EN-Äquivalent = X5CrNi18-10 (1.4301), JIS = SUS304, GB = 06Cr19Ni10 (alte Bezeichnung 0Cr18Ni9), KS = STS304. Zusammensetzung: C ≤0.08%, Cr 18-20%, Ni 8-10.5%. Zugfestigkeit ≥515 MPa, Streckgrenze ≥205 MPa.
Wann diesen Rechner verwenden
- Materialbeschaffung bei einem internationalen Lieferanten, der EN- oder JIS-Bezeichnungen verwendet, während Ihre Spezifikation ASTM-Sorten referenziert
- Prüfung eines Werkstoffzeugnisses einer ausländischen Gießerei mit Abgleich, ob die Sorte Ihrer Spezifikation entspricht
- Erstellung einer Mehrnorm-Spezifikation für die globale Beschaffung, die äquivalente Sorten nach ASTM, EN, JIS und GB auflistet
- Untersuchung einer Materialverwechslung mit schneller Klärung, ob zwei unterschiedlich bezeichnete Werkstoffe tatsächlich äquivalent sind
Häufige Fehler vermeiden
- Annahme, äquivalente Sorten seien identisch — eine ähnliche Zusammensetzung garantiert keine identischen mechanischen Eigenschaften; jede Norm hat eigene Mindestanforderungen und Prüfbedingungen
- Werkstoffsubstitution ohne formale Prüfung in regelwerksgebundenen Anwendungen — Druckbehälter (ASME BPVC), Nuklear- und Luftfahrtanwendungen erfordern eine dokumentierte Freigabe der Werkstoffäquivalenz
- Vernachlässigung geringfügiger Unterschiede bei Legierungselementen — Grenzwerte für Begleitelemente (P, S, Cu) können zwischen äquivalenten Sorten abweichen und Schweißbarkeit sowie Korrosionsbeständigkeit beeinflussen
- Verlassen auf veraltete Äquivalenztabellen — Normen werden regelmäßig überarbeitet, und manche Sorten werden zurückgezogen; stets gegen die aktuellen Ausgaben prüfen
Ergebnisse interpretieren
- Querverweise sind nächstliegende Entsprechungen, keine zertifizierten Identitäten — Zusammensetzungsfenster, Grenzwerte für Begleitelemente und Mindesteigenschaften unterscheiden sich zwischen den Normen; immer nach der konkreten Norm der Zeichnung beschaffen
- Eine leere Spalte bedeutet, dass in dieser Norm kein direktes Gegenstück existiert — keine Substitution erzwingen; eine ingenieurtechnische Prüfung von Zusammensetzung und mechanischen Eigenschaften ist erforderlich
- Die Kategorie zur Plausibilitätsprüfung nutzen — ein Baustahl, der in eine Edelstahlfamilie eingeordnet wird, deutet auf einen Nachschlage- oder Übertragungsfehler hin
- Vor einer Substitution das Hinweisfeld lesen — es markiert bekannte Unterschiede (Lieferzustand, Prüfanforderungen), die die Austauschbarkeit beeinflussen
- Bei regelwerksgebundenen Arbeiten (ASME BPVC, PED, Luftfahrt) berechtigt Sortenäquivalenz allein nie zur Substitution — eine formale Werkstofffreigabe ist erforderlich, unabhängig davon, wie ähnlich die Sorten erscheinen
Relevante Normen & Referenzen
- ASTM A941 — Terminologie für Stahl, nichtrostenden Stahl, verwandte Legierungen und Ferrolegierungen
- EN 10027-1 — Bezeichnungssysteme für Stähle — Kurznamen
- EN 10027-2 — Bezeichnungssysteme für Stähle — Nummernsystem
- JIS G 0203 — Begriffe für Eisen und Stahl
- ISO/TR 15608 — Schweißen — Richtlinien für eine Gruppeneinteilung metallischer Werkstoffe
Häufig gestellte Fragen
Kann ich die Werkstoffsorte einer Norm durch die einer anderen ersetzen?
Für unkritische Anwendungen in der Regel ja, sofern die Sorten als gleichwertig gelistet sind. Bei Druckbehältern (ASME BPVC), Luft- und Raumfahrt (AMS) oder Nuklearanwendungen erfordert eine Substitution jedoch eine formale Werkstoffprüfung und Freigabe. Zu prüfende Hauptunterschiede: Grenzwerte der Zusammensetzung (insbesondere Begleitelemente wie P, S, Cu), Mindestwerte der mechanischen Eigenschaften, Prüfanforderungen und Wärmebehandlungszustand.
Was sagt mir das Werkstoffzeugnis (Mill Cert)?
Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 enthält die tatsächliche chemische Analyse (Schmelz- und/oder Stückanalyse), mechanische Prüfergebnisse (Zugfestigkeit, Streckgrenze, Dehnung, Kerbschlagarbeit), den Wärmebehandlungszustand sowie Schmelzen-/Losnummer. Prüfen Sie stets, ob die Istwerte Ihre Spezifikation erfüllen — ein Werkstoff kann für eine Sorte bescheinigt sein und gleichzeitig die Anforderungen einer anderen erfüllen. Fordern Sie bei Importmaterial Zeugnisse an, die sich auf die von Ihnen spezifizierte Norm beziehen.