Fullungsgrad-Rechner
Auftrags-/Zeilen-Fullungsgrad und Servicegrad aus Sicherheitsbestand berechnen. Misst die Auftragserfüllungsleistung durch den Füllungsgrad (% vollständig…
Misst die Auftragserfüllungsleistung durch den Füllungsgrad (% vollständig versandter Aufträge) und berechnet den Servicegrad aus dem Sicherheitsbestand mittels Z-Wert-Wahrscheinlichkeit. Wichtige Kennzahlen für Supply-Chain-KPI-Dashboards.
Was ist der Fuellungsgrad und wie unterscheidet er sich vom Servicegrad?
Der Fuellungsgrad misst den Anteil der Kundennachfrage, der sofort aus dem verfuegbaren Bestand bedient wird. Auftrags-Fuellungsgrad verfolgt vollstaendig versandte Auftraege; Zeilen-Fuellungsgrad verfolgt einzelne Positionen.
Der Servicegrad ist die Wahrscheinlichkeit keiner Fehlmenge waehrend eines Nachfuellzyklus. 95% Servicegrad erzeugt typisch 97-99% Fuellungsgrad, da Fehlmengen meist nur einen Teil der Nachfrage betreffen.
Der Fuellungsgrad ist die kundenorientiertere Kennzahl. Best Practice ist, beide zu verfolgen und nach Produktkategorie Ziele zu setzen.
Formula: Auftrags-Füllungsgrad = Vollständig versandt / Gesamt × 100% Z-Wert = Sicherheitsbestand / σ_DDLT Servicegrad = Φ(Z)
Berechnungsbeispiel
200 Auftraege, 186 vollstaendig versandt. Fuellungsgrad = 93,0%. Sicherheitsbestand = 120, σ = 52. Z = 2,31. Servicegrad = 98,96%.
Wann Sie diesen Rechner verwenden sollten
- Ein Supply-Chain-KPI-Dashboard-Ersteller berechnet Fulfillment-Rate-Metriken für monatliche Leistungsüberprüfungen
- Ein Bestandsplaner konvertiert Sicherheitsbestandsniveaus in erwartete Servicegrade für das Management-Reporting
- Ein Logistikmanager benchmarkt die Auftragserfüllungsleistung gegen Branchenstandards oder SLA-Ziele
- Ein Lagerbetriebsteam diagnostiziert, ob Kundenunzufriedenheit auf Bestandsengpässe oder andere Fulfillment-Probleme zurückzuführen ist
Häufige Fehler, die vermieden werden sollten
- Füllrate und Servicegrad verwechseln — sie messen verschiedene Dinge; 95% Servicegrad bedeutet nicht 95% pünktliche Lieferung
- Nur Auftragsfüllrate messen, wenn Positionsfüllrate aussagekräftiger ist — Auftragsfüllrate fällt auf null bei jeder einzelnen fehlenden Position
- Füllrate nicht nach Produktkategorie segmentieren — aggregierte Füllrate kann schlechte A-Artikel-Leistung hinter guter C-Artikel-Leistung verbergen
- Falsche Nachfragestandardabweichung verwenden — DDLT-Standardabweichung verwenden, nicht nur tägliche Nachfragevariabilität
Wie die Ergebnisse zu interpretieren sind
- Hohe Füllrate aber niedrige Auftragsfüllrate deutet auf breite aber flache Fehlbestände — verbessern Sie die Verfügbarkeit chronisch problematischer SKUs
- Servicegrad über 99% aber Füllrate unter 95% zeigt Konzentration auf wenige hochfrequente Artikel — dort Sicherheitsbestand fokussieren
- 5% Fehlbestandswahrscheinlichkeit bedeutet etwa 1 von 20 Nachschubzyklen — bei wöchentlicher Bestellung ca. 2-3 Fehlbestandsereignisse pro Jahr
Verwandte Standards & Referenzen
- APICS/ASCM Dictionary — unterscheidet den Zyklus-Servicegrad (Typ 1: Wahrscheinlichkeit keines Fehlbestands pro Zyklus) vom Servicegrad (Typ 2: Anteil des aus dem Bestand gedeckten Bedarfs)
- Silver, Pyke & Peterson — definiert die Servicegrad-Formulierung (β-Servicegrad) über den erwarteten Fehlmengenanteil je Wiederbeschaffungszyklus
- Auftrags-Servicegrad vs. Einheiten-Servicegrad — Verfügbarkeitskennzahlen auf Positions- und Auftragsebene, die häufig in Distributions-SLAs festgeschrieben werden
Häufig gestellte Fragen
Warum kann der Servicegrad hoch sein, aber der Fuellungsgrad niedrig?
Der Servicegrad misst die Wahrscheinlichkeit irgendeiner Fehlmenge, der Fuellungsgrad den Anteil bedienter Nachfrage. Eine Fehlmenge kann nur 2% der Einheitennachfrage betreffen (hoher Fuellungsgrad).
Was ist ein gutes Fuellungsgrad-Ziel fuer E-Commerce?
Top-E-Commerce-Unternehmen zielen auf 97-99% Zeilen-Fuellungsgrad. 95% Auftrags-Fuellungsgrad ist das Minimum. 95% auf 99% erfordert typisch 40-60% mehr Sicherheitsbestand.